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Hier seht Ihr Fotos meiner ehemaligen Ostmetal-Combo HERCULES.
Zusätzlich könnt Ihr auch das Interview mit Carsten aus dem "Eisenblatt #4"
vom September 2009 lesen ...

v.l.n.r.: Mike Kähler, Matthias "Mülli" Müller, Dietmar "Didi" Woyderski und Carsten Gaudian
P.S. Mehr Fotos findet Ihr auf unserer
- MySpace-Seite!
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Interview mit Carsten im "Eisenblatt #4" - September 2009:
Text: Hendrik Rosenberg www.myspace.com/gdr666
Eines Tages schrieb der ehemalige HERCULES-Sänger Carsten Gaudian ein paar Worte in das Gästebuch meiner Ostmetal-Homepage, so daß ich ihn gleich noch um ein paar Auskünfte für das "Eisenblatt" bat, welche Ihr jetzt hier lesen könnt.
1986 bist du zusammen mit Bassist Mike Kähler bei der Hallenser Band DECIBEL eingestiegen, die sich daraufhin in HERCULES umbenannten. Kannst Du uns genaueres dazu erzählen?
DECIBEL ging aus der Punk-Schulband THE PISSERS hervor, welche von "Didi" (Gitarrist Dietmar Woyderski – Anm. des Verf.) und "Mülli" (Schlagzeuger Matthias Müller – Anm. des Verf.) gegründet wurde. Die Proben der PISSERS fanden damals im hauseigenen Keller einer elfgeschossigen "Platte" statt, in der "Didi" und "Mülli" wohnten. Nachdem wir die beiden die Kochtöpfe, welche als Schlagzeug-Ersatz missbraucht wurden, und die "Jolana"-Gitarre, welche Didi quälte, durch angemessenes Equipment ersetzt hatten, wurde die Sache Musik professioneller angegangen. DECIBEL hatte sich einen Proberaum in einer Schule gesichert und unternahm die ersten Ausflüge Richtung JUDAS PRIEST und BLACK SABBATH. Als alles einigermaßen lief, hat man sich entschieden, das Ganze auf gesunde Füße zu stellen und HERCULES gegründet. Mike und meine Wenigkeit kamen hinzu und es wurde gefachsimpelt, welche Songs man covern wollte. Die Stilrichtungen der beteiligten Personen hätten nicht unterschiedlicher sein können: "Didi" stand auf BLACK SABBATH, JUDAS PRIEST und alles Artverwandte, "Mülli" auf QUEEN, MOTÖRHEAD und ACCEPT, Mike und ich waren in der Richtung MÖTLEY CRÜE, POISON, RATT und sonstige Poser-Bands aus den Staaten unterwegs. Also spielten wir erst einmal das, was für uns überhaupt spielbar war: Die Playlist hatte von PRIEST bis VAN HALEN alles inne, was einfache Riffs hatte. Dennoch entwickelte sich die Band trotz der unterschiedlichen Charaktere ganz passabel, was nicht nur daran lag, daß die Band FEUERSTEIN als Mentor fungierte. "Lemmy" von FEUERSTEIN kümmerte sich um Didi und Kai "Geier" Bittner kümmerte sich um den Basser Mike. Die Fortschritte spiegelten sich in der Darbietung der Songs wieder und das Equipment wurde noch besser. Didi spielte fortan eine "Fender Strato"-Nachbau und ich hauchte in ein "Shure"-Mikro, welches ich von Frank Eichhorn (COBRA) für fünfzehnhundert DDR-Mark gekauft hatte. Das Bühnenoutfit und die dazu gehörige Bühnenarbeit wurde 1986 von dem Presseorgan "Freiheit" als "optisch bestechende Heavy-Show" bezeichnet. Die Eitelkeit und die Riege der Groupies wurden größer. Wir brauchten eine Einstufung.
Das brauchten meines Wissen alle Bands, um problemlos Konzerte geben zu können. Wie lief denn Eure Einstufung und was habt Ihr erreicht?
Wie gesagt waren wir reif für die Einstufung. Der Termin stand schnell fest und die Einstufung wurde mit zwei weiteren Bands im "Volkspark" vorbereitet. FEUERSTEIN stellten uns ihre komplette Anlage inklusive Tontechnik zur Verfügung, also konnte gar nichts passieren, außer einer Mittel– oder Oberstufe. Eigens für die Einstufung wurden eigene Songs erarbeitet, von denen sich einer "Nobody Wants The Bombs" nannte. Der Saal, in dem wir spielten, war (mit Mädels) gut gefüllt. Die Aufregung war enorm und wir beruhigten uns und unsere Mentoren mit einer gehörigen Portion "Goldkrone". Die Haare waren gestylt und die Schminke aufgetragen: Es konnte losgehen. Was losging, war ein Schuß in die Hose! Es ging alles Schief, was schief gehen konnte. Die Show war zwar gut, aber die Qualität der musizierenden Herren schlecht! Das Ergebnis: Einstufung als "Amateurband der Grundstufe". Alle waren bedient und wir begannen mit Schuldzuweisungen. Das Ende der Band HERCULES nahte.
Wie ging es nach diesem Debakel bei HERCULES weiter?
Didi und Mike gingen nach der Einstufung zu PANTHER. Dieser Schritt war für mich damals zwar nicht nachvollziehbar, aber heute bin ich mir sicher, daß dieser Schritt richtig war. Auch muß ich heute neidlos anerkennen, daß PANTHER ihre Instrumente einfach besser beherrschten. Meine Wenigkeit unternahm einen kurzen Ausflug an das Mikro der Band FEUERSTEIN, aber es war ein Unterschied wie Tag und Nacht zwischen dem Musiker-Alltag von FEUERSTEIN und HERCULES. Der Spaßfaktor war zwar genauso hoch, aber die Ansprüche an die Musiker um so höher. Nicht umsonst hatten FEUERSTEIN eine Einstufung zur Sonderstufe.
Was machst Du heutzutage? Hast Du noch etwas mit Musik zu tun?
Heute bin ich Geschäftsführer und Eigentümer einer bundesweiten Betreiber-Gesellschaft für Pflegeheime, fahre "Harley" und sehne mich ab und zu nach den alten Zeiten. Der Musikrichtung meiner Jugend bin ich treu geblieben, wobei der Schwerpunkt immer noch bei Bret Michaels (POISON) und Vince Neil (MÖTLEY CRÜE) liegt
Weißt Du vielleicht, was Deine ehemaligen Mitstreiter heute machen?
Von "Mülli" weiß ich, daß er in Halle an der Saale einen Plattenladen betreibt (mittlerweile geschlossen, siehe www.musikbox-halle.de - Anm. des Verf.). Mike ist nach der Wende in den Westen gegangen und Didi habe ich leider komplett aus den Augen verloren.
Ich bedanke mich für die ehrlichen Auskünfte!
P. S. Mehr interessante Infos über Ostmetal-Bands findet Ihr unter www.ostmetal.de

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